Energiestaubsaugende Unglücksmenschen und wie man sie loswird

05.03.2026 09:00
#1 Energiestaubsaugende Unglücksmenschen und wie man sie loswird
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Das Schöne an meinem Beruf?
Diejenigen, die mich oder meine Arbeit ablehnen, sind unglückliche Menschen.

Ich fordere 100 %.
Ganz individuell – von jedem also objektiv etwas anderes – und ich bin sehr gut darin zu sehen, was diese 100 % sind.
Die, die sich dem nicht stellen, sind Opfer ihrer eigenen Opfermentalität.
Denn das ist das Einzige, was ich nicht unterstütze, weil es mir Zeit raubt, mich um die zu kümmern, die es auch aus eigenem Verständnis heraus verdient haben.

Selbsternannte Opfer wollen gesonderte Aufmerksamkeit.
Sie wollen Energie aus dem Aufopfern anderer ziehen.
Aufopfern für sie.

Es gibt wenige Ausnahmen von Sängern, die sich bewusst gegen diese (meine) Art, einen Chor zu leiten, entschieden haben – also rational – und dann auch in anderen Chören glücklich geworden sind.
Sie lehnen mich nicht per se ab, und hegen keinen Groll, sondern wissen, dass man nicht mit jedem Chorleiter und Menschen gleich gut zusammenarbeiten kann.
Singen soll ja immer Freude bereiten.
Aber die, die im Groll gehen, sind von mir schlicht nicht so 'gepampert' worden, wie sie es sich wünschen.
Erinnere dich selbst an Sänger, die aus deinen Chören 'im Schlechten' gegangen sind. War das rational?

Aber auch wenn solche Sänger sich verabschieden, werde ich immer antworten:
„Das ist schade. Wenn du es dir anders überlegst, bist du jederzeit herzlich willkommen.“
Denn ich habe in diesem Moment kein Problem und keinen Grund, negativ zu agieren. Das Problem liegt immer auf der anderen Seite.

Wenn mich jemand persönlich ablehnt, ist das leider als Teil des Geschäfts anzusehen.
Einige von uns versuchen durch ein ungesund aufopferndes Verhalten alle Sänger zufrieden zu stellen.
Das klappt nicht.
Aber auch ich gebe mir natürlich verdammt Mühe, dass unschöne Momente selten sind:
Ich gehe auf jeden meiner Sänger persönlich ein.
Ich kenne von allen die Stimmen und auch die Persönlichkeit.
Ich berücksichtige jede Emotion und respektiere sie.
Ich nehme mir auch die Zeit, private Probleme und Einzelmeinungen wahrzunehmen und zu besprechen.

Dieser respektvolle Umgang ist einseitiger, als ich es mir wünschen würde. Aber wenn ich verlangen können will, mit Respekt behandelt zu werden, dann muss ich in diesem Beruf den ersten Schritt gehen. Und das klappt fast immer.
Diesen Aufwand benötigen nicht alle Sänger, aber viele und das ist im Laienchor wichtig und richtig.

Frage dich aber bei sehr fordernden Sängern nach einiger Zeit, wieviel dein Energieaufwand dem Chor als Ganzes nützt oder ob er nicht doch eher schadet, weil du eben für den Chor als Ganzes weniger Zeit und Energie hast.

Schau was passiert, wenn du die Energie für diese eine Person nicht mehr nutzt und akzeptiere das Ergebnis:
Entweder der Mensch bleibt und kommt in der Gemeinschaft an oder es ist jemand, der pathologisch Energie saugt.
Solch ein Sänger wird bei mir auf Dauer verlieren.
Ich gehe auf solche Menschen irgendwann nicht mehr so ein, wie sie es nach eigenem Verständnis verdient haben und brauchen.
Das sind die Menschen, die gehen. Ganz freiwillig. Leider nicht immer im Guten. Aber das muss man aushalten.
Und – um wieder an den Anfang zu kommen – so weiß ich, dass es unglückliche Menschen sind. Nicht nur bei mir, sondern auch in ihrem Umfeld.

PL

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