#1 Erinnern ohne Erinnern von Philip Lehmann 11.06.2022 09:58

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Da Corona in den Köpfen gerade etwas entspannter wahrgenommen wird (ein kotzendes „Danke“ an Putin…) werden auch Konzerte und stringentere Proben möglicher.

Aber der Coronamuff und die von mir zugelassene entspanntere Haltung gegenüber Probenanwesenheit/ -Vorbereitung, die mir dafür meine Chorsänger in den letzten Jahren erhalten hat, weil sie eben nicht auch noch durch ihr Hobby gestresst wurden, sorgt jetzt für Probleme.

Ein Konzert ist eine Dienstleistung an einem Publikum. Das muss auch so von den Sängern verstanden werden.
D.h. Probenanwesenheit und Probenvorbereitung (soweit einforderbar) müssen wieder konsequenter werden.
Manche Sänger sind aber noch ziemlich empfindlich, wenn es um so etwas einfaches wie eben die Forderung nach regelmäßiger Probenanwesenheit geht.
Sie vergessen Proben (oder Extraproben vor dem Auftritt) sogar schlicht.
Deshalb schreibe ich per Mail Erinnerungen ohne forcierend und mahnend zu erinnern.
Statt „morgen ist Probe“, schreibe ich: „Ich freue mich darauf euch morgen in der Probe zu sehen!“
oder ich finde einen anderen Grund, wie eine geänderte Zeit oder Raum.
Wenn ich die Vorbereitung triggern will, kommuniziere ich eben ein geändertes Probenprogramm.

Menschen wollen zurzeit (oder nie…) nicht erinnert werden, weil sie sich sonst gegängelt fühlen.
So hast du sie erinnert, ohne sie erinnert zu haben....

Bei Einzelpersonen ist der Trick noch simpler und funktioniert immer: du fragst bei einem Termin einfach nach und möchtest dich rückversichern, damit ‚du‘ den nicht verpasst.
Oder du fragst nochmals, ob die Uhrzeit/Ort stimmt, weil ‚du‘ dich nicht mehr erinnerst.

Es ist in diesen Zeiten immer klüger selbst ‚schuldig‘ zu sein, weil vermeintliche Gängelung zu häufig infantile Bockigkeitsreaktionen hervorruft, die man sonst nur von den eigenen Kindern im Grundschulalter kennt.

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